Geschichte
 Vor 3500 Jahren erfolgte eine erste Besiedlung vermutlich von Südindien aus. Um 990 n.Chr. Gab es das erste Königreich auf Bali. Unabhängige Phasen wechselten mit Zeiten der Vorherrschaft Javanischer Herrschaftshäuser.
 1478 n.Chr. Wurde auf Java das Majapahit Königreich vom Islam verdrängt. Die gesamte Hinduistische Elite mit dem Königssohn an der Spitze floh nach Bali und siedelte sich im Süden der Insel in Gelget an. Die entstandene neue Dynastie regierte Bali von der Stadt Klungkung aus. In der Folge verselbstständigten sich die einzelnen Provinzen und bildeten eigene Königreiche. Der schon auf Java gewandelte Hinduismus nahm auf Bali noch weitere Elemente des dort vorherrschenden Animismus auf und bildete die noch heute praktizierte Form des Agama Hindu Dharma.
 1846 überfielen die Holländer Bali. Sie konnten die nördlichen Königreiche mit der wichtigen Hafenstadt Singaraja erobern. 1904 und 1906 nach schwerer Gegenwehr und den „Freitod in der Schlacht“ (putapan) der Könige von Bandung (Denpasar), Klungkung und Tabanan musste sich auch der Süden der Militärischen Übermacht ergeben, Die Herrscher von Gianyar und Karangasem kooperierten mit den Holländern. Sie behielten Ihre Titel hatten aber keine politische Macht mehr.
 Von 1942–1945 war Bali von den Japanern besetzt. In der jüngeren Geschichte wurde der Frieden auf Bali brutal durch die Bombenattentate vom 12.10.2002 mit 202 Toten und am 1.10.2005 mit 23 Toten gestört.
Wirtschaft
 Die meisten Balinesen sind in der Landwirtschaft tätig. Reis ist das Hauptanbauprodukt der Insel und dient weitestgehend dem Eigenbedarf, wie auch tropische Frucht- und Gemüsesorten. Erdnüsse, Chilis, Zwiebeln, Sojabohnen, Kokosnüsse, Kaffee und Schweinefleisch werden exportiert. Textil- und seit Jahren Kunsthandwerkprodukte verlassen die Insel Containerweise. Touristen sind die Hauptdeviesenbringer der Insel, mit 4 Millionen Besucher ist es das meistbesuchte Ziel in Indonesien.
 Beschäftigung der Bevölkerung
59% in der Landwirtschaft
19% Handel mit handwerklichen Erzeugnissen, Textilindustrie, Baugewerbe
22% mit Tourismus verbundener Handel, Finanzwesen, Gastgewerbe
Religion – Dorfgemeinschaft – Familie
 Auf Bali lebt die einzige bodenständige hinduistische Bevölkerung außerhalb von Indien und Nepal. Es ist auch die einzige hinduistische Insel in von Moslems geprägten Indonesien.
 Bevölkerungsanteile:
Hinduismus 92,3 % Islam 5,7 % Christen 1,4 % Buddhisten 0,6 %
 Der Agama Hindu Dharma stammt vom Indischen Hinduismus ab, der sich vom 7.-15. Jahrhundert Auf Java ausbreitete. Durchmischt mit Buddhistischen Elementen gelangte dieser veränderte Hinduismus um 900 n.Chr. erstmalig nach Bali. Die dort wohnende Bevölkerung glaubte an eine beseelte Natur und praktizierte Ahnenverehrung. Diese animistischen Vorstellungen wurden „echt balinesich“, die Tradition bewahrend, in die neue Religion eingebaut. Nur die wenigen Dörfer der Bali Aga gehöhren noch immer der Naturreligion an.
 Der Balinese ist umgeben von einer zahlreichen hinduistischen Götterschar. Sang Hyang Widdhi ist der einzige wahre Gott. Brahma, Wishnu und Shiva sind die drei wichtigsten Erscheinungsformen. Im Sanggan-Kemulan Schrein wird dieses Dreigestirn in fast jeden Tempel verehrt.
 Wichtige Götter für die Balinesen sind:

| Dewi Sri |
Göttin der Landwirtschaft und Fruchtbarkeit;
verehrt als Reisgöttin
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| Indra |
Gott des Regens
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| Dewi Danu |
Göttin der Seen und des Wassers
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| Ibu Partivi |
Mutter der Erde
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| Dewa Surya |
Gott der Sonne
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| Dewa Baruna |
Gott des Meeres
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| Dewa Bayu |
Gott des Windes
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| Dewa Dharma |
Gott der Tugend
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| Dewa Semara |
Gott der Liebe
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| Yama |
Gott des Todes und Herrscher der Hölle
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Es gibt Dämonen, Hexen und Riesen. Viele von denen wohnen auf den Gipfel hoher Berge. Der Gunung Agung als höchster Berg Balis und Göttersitz beheimatet an seinen Fuß das Hauptheiligtum der Balinesen den Pura Besakih (Muttertempel). Die Balinesen sind ein Inselvolk das nicht dem Meer zugewandt lebt. Jedes Dorf besitzt mindestens drei Tempel.

| Pura Desa |
Der Dorftempel
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| Pura Dalem |
Der Totentempel
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| Pura Puseh |
Der Gründungstempel
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Es gibt Familientempel, Markttempel, Tempel der Fischer und der Reisbauern.
 Banjar – ist die Vertretung der Dorfgemeinschaft die sich um alle Belange des Dorfes Kümmert. Unterhalt der Tempel, Gerichtsbarkeit, Kreditvergabe, Organisation von Tempelfesten, Eheschließungen oder Verbrennungen.
 Subak – ist die Interessenvertretung der Reisbauern. Gemeinschaftlich wird das Bewässerungssystem (Sawah) der Reisfelder instand gehalten und die Wasserabgabe an die einzelnen Reisfelder geregelt. Ein Subaktempel, der Reisgöttin Dewi Sri geweiht steht meist mitten in den Reisfeldern.
 Der Familienschrein (Sanggah) gehört zu jeden traditionellen Anwesen. Fünf mal am Tag wird den Göttern geopfert. Dies passiert nicht nur im Familienkreis.
 Das klassische Balinesiche Familienleben ist bestimmt von der Arbeitsteilung. Die Frau kümmert sich um den Haushalt, die Kinder, Essenzubereitung, Einkäufe auf dem Markt und die Opfergaben. Die Männer arbeiten auf den Reisfelder, gehen Ihren Pflichten in der Subak oder Banja nach. Es bleibt aber noch Zeit für den Dorfklatsch oder der Pflege der Kampfhähne. Wenn das Anwesen groß genug ist, lebt eine Großfamilie mit Oma , Opa und den Enkelkindern zusammen. Der Älteste Sohn bleibt dort wohnen.
 Die Namensgebung erfolgt nach der Reihenfolge bei der Geburt:
1. Kind Wayan (der Älteste) oder Putu, Gede, Luh
2. Kind Made (mittlere) oder Nengah, Kadek (zweite)
3. Kind Komang (Baby) oder Nyoman (jüngster)
4. Kind Ketut (nicht erhofft)
5. Kind (Wayan) Putu, Gede oder Luh.
Die Reihenfolge fängt wieder an ...
 Da nur Gede (männlich) und Luh (weiblich) sofort das Geschlecht erkennen lassen; gibt es noch die Vorzeichen „I“ für männlich und „NI“ für weiblich. Es gibt noch Kosenamen sowie Titel bei Adeligen und Brahmanen. Ein Kind übernimmt also nicht den Nachnamen des Vaters. In jüngster Zeit verändern sich aber die althergebrachten Namenstraditionen.
 Eine der wichtigsten Zerenomien im Laufe des Lebens ist die Zahnfeil-zerenomie (Metah) im 16. Lebensjahr. Die stumpf abgefeilten Schneidezähne symbolisieren das Menschliche im Gegensatz zum Tier und ist wichtig im Kreislauf der Wiedergeburt. Diese Zeronomie genauso wie Hochzeiten oder Beerdigungen werden mit der Dorfgemeinschaft gefeiert.
 Dies ist natürlich auch eine finanzielle Belastung für die Familie. Für eine angemessene Verbrennungszerenomie (Ngaben) wird oft einige Jahre gespart. Es ist auch üblich sich an einer großen Feier zu beteiligen. Die provisorisch bestattete Leiche wird ausgegraben und gesäubert. In einen Verbrennungsturm wird sie in einer Prozession zum Verbrennungsort getragen. Da in jeden Tempel auch noch ein eigenes jährliches Fest gefeiert wird, ist die Chance recht groß, irgend eine Prozession oder Feierlichkeit mitzuerleben. Vor Ort gibt es Balinesiche Kalender zu kaufen, auf den von verschieden Orten die Feierlichkeiten aufgelistet sind. Das Balinesiche Jahr dauert 210 Tage.
 Die Haupttempel Balis sind:

| Pura Besakih |
Der Muttertempel am Mt. Agung
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| Pura Pulaki |
Zweitgrößter Tempel Nordwest Bali
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| Pura Ulawatu |
Halbinsel Bukit Süd Bali
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| Pura Lempuyang |
Bei Amlapura Ost Bali
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| Pura Goa Lawah |
Fledermaushöhle bei Kusamba Südost Bali
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| Pura Batukaru |
Am Mt. Batu Karu
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Gamelanmusik – Schattenspiel – Tanz
 Das Gamelanorchester besteht aus Gongs, Trommeln, Zimbeln, Rasseln ,Metallophonen aber auch aus Flöten oder Tasteninstrumenten. Ein großes Orchester kann aus 30 Personen bestehen die 70 Instrumente spielen können. Kleinere Besetzungen, je nach Anlass, sind auch möglich.
 Zu hören sind sie bei Tempel- und Familienfesten oder als Begleitung für das Schattenspiel oder Tanzaufführungen. Der erzeugte Klangbrei mit wechselnden Rhythmus auf und abschwellend löst bei jeden ungeübten Zuhörer eine Faszination aus die unterschiedlich lange anhält. Das Selbe gilt auch für das Schattenspiel (Wayang Kulit). Der Dalang sitzt hinter einer kleinen Bühne bedient und spricht bis zu 120 Figuren die von einer Öllampe beleuchtet ihren Schatten auf eine Leinwand werfen. Gleichzeitig dirigiert er auch das Gamelanorchester.
 Bei den Schattenspielen werden oft Themen aus den indischen Mahabharata und Ramayana Epos gespielt. Die Choreographie der Tänze ist mitunter einfacher zu verstehen, da bei Touristenaufführungen oft mehrsprachige Handzettel verteilt werden. Auf Bali gibt es mehr wie 200 Tänze von denen circa 50 noch aufgeführt werden. Durch die geschichtliche Entwicklung gibt es Ähnlichkeiten sowohl bei den Tänzen, dem Schattenspiel und der Gamelanmusik zu den Aufführungen auf Java. Sei es das „Augenrollen“ bei den Tänzen oder dem Rythmuswechsel bei der Gamelanmusik; auf Bali wird ein eigener Stil gepflegt. Die Bekanntesten Tänze sind der Legong, Barong, Kecak, Topeng und Sanghyang Tanz. Unterschieden wird in Tempeltänze und nicht religiöse Aufführungen. Echt Balinesiche Tanz oder Schattenspielaufführungen bei Dorf- oder Tempelfesten haben ein oft unbestimmten Anfang irgendwann nach Sonnenuntergang 20 Uhr oder auch 23 Uhr. Das Drumherum der Vorbereitung mit Festlich gekleideten Menschen, begleitet vom Geklimper der Gamelanmusik hat auch schon einen hohen Schauwert. Angemessene Kleidung (wie auch bei jeden Tempelbesuch) und der Verzicht auf Video und Kamera erhöhen den eigenen Genuss und verletzen nicht die Gefühle der Einheimischen Bevölkerung. Nutzen sie die Gelegenheit touristischer Aufführungen oder der Begegnung bei Straßenprozessionen für ihre Privataufnahmen.
Peter Hinze |
Bali Reisebericht von Peter Hinze > |
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